BISHER hatte ich "klassische" Haustiere (i.e. Kanarienvogel, Ratten, Katze).
Im Zuge meiner Wohnungsrenovierung im Herbst 2011 regte sich der Wunsch meine frei gewordene Wonzimmerwand (von ca. 250 cm Länge) durch ein Terrarium attraktiver zu gestalten und neuen Pfleglingen ein Heim zu geben.
Nachdem ich lange Zeit (November/Dezember 2011) diverse Terrarienbücher studiert habe, fiel die Entscheidung zugunsten eines Wüstenterrariums mit Dornschwanzagamen (Uromastyx).
Meine Vorbereitungen (i.e. Anschaffung eines geeigneten Wüstenterrariums inkl. passender Einrichtungsgegenstände sowie eines weiteren Quarantäne-Terrariums, Bau eines passenden Unterschranks, Schaffung der technischen Voraussetzungen, Anlegen eines Futtervorrats, Anschaffung diverser Leuchtmittel) waren rund 3 Monate später abgeschlossen.
Zusätzlich bin ich 2012 der "Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) - Austrian Herpetological Society (c/o Naturhistorisches Museum Wien)" sowie der "Herpetologischen Terraristischen Vereinigung Österreichs Verein für Terraristik - Austrian Herpetological Terraristic Association (1230 Wien)" beigetreten um mich permanent am Laufenden zu halten. Weiteres bin ich dem Verein der "Freunde des Haus des Meeres" beigetreten, um u.a. die dortige (Wien) Pflegestation für beschlagnahmte und ausgesetzte Reptilien zu unterstützen (Blauer Kreis).
Natürlich war ich lange auf der Suche nach geeigneten Tieren - und knüpfte mit Tierhandlungen, Züchtern und Privatpersonen Kontakte (Derzeit gibt es 16 verschiedene Arten in der Gattung "Uromastyx". Einige habe ich bisher bereits "in natura" sehen dürfen. Besonders die bunte & die veränderliche (nordafrikanische) Dornschwanzagame gefallen mir (Uromastyx ornata & Uromastyx acanthinura nigriventris). Auch sind die Farben (i.e. Rotorange & Gelb) der Uromastyx geyri schön anzusehen. Ägyptische Dornschwanzagamen sind aufgrund ihrer Grösse sehr imposante Tiere).
Schlussendlich habe ich mich für Uromastyx acanthinura nigriventris entschieden, da es eine jender Uromastyx-Arten ist, bei der es wunderschöne Farbenspiele in Rot - Gelb - Orange und Grün gibt. Auch wenn die Weibchen meist nicht so farbenprächtig wie die Männchen sind, sind sie doch nicht so "farblos" wie bei anderen Uromastyxarten (z.b. U. ornata).

Hier Fotos meiner Truppe:
Scarlett: Sie ist eine ganz liebe, handzahme orange-gelb-schwarz-weiss gezeichnete Uro-Dame (geboren 2008), die immer in Bewegung und sehr neugierig ist. Beim Fressen ist sie wirklich nicht wählerisch - bei Uromastyx eine Seltenheit (Sie bevorzugt allerdings Mungobohnen, frischen Salat und Mehlwürmer). Sie hat derzeit so um die 170g.


Olivia: Meine Diva, meine Grande Dame. Sie kam in einem optimalen Zustand aus Deutschland bei mir an, je nach Licht ist sie von olivgrün bis grün-gelb gefärbt (geboren 2008).
Sie wirkt plump, ist aber eine wahre Kletterkünstlerin (Auf- oder Abstiegshilfen in Form von Ästen/Treppen werden grundsätzlich ignoriert). Ich sehe sie absolut NIE Fressen, aber augenscheinlich plündert sie des nächtens den Kühlschrank. Sie frisst auch fast NIE aus der Hand. Sehr grosse Wüstenheuschrecken (gereicht mit Pinzette) locken sie gourmettechnisch allerdings schon hinter dem Ofen hervor. Sie hat derzeit so um die 230 g.

VERDI: Da mich Olivia so begeistert hat zog mit April 2012 vom gleichen deutschen Züchter ein grüner Bock (geboren 2008) ein. Derzeit ist er noch in der "Eingewöhnungsphase", deshalb kann ich noch nichts über seine Vorlieben, Abneigungen oder seinen Charakter sagen.



Alena: Sie kam in einem sehr dünnen Zustand 02/2012 zu mir und hatte ausserdem eine Lippenverletzung (hier am Bild in ihrer "Hochblüte" zu sehen). Auch wenn die tierärztliche Behandlung langwierig war/ist, bin ich doch froh, dass sie sich keine Kieferverletzung zugezogen hat, sondern die Infektion im Mundraum durch die Lippenverletzung mit Antibiotika behandelt werden konnte. Leider hat Sie auch einen Parasiten-/Wurmbefall mitgebracht, der sie zusätzlich geschwächt hat & leichte Häutungsschwierigkeiten nach sich zog.
Alena hat einen orangenen Kopf und einen orangenen Schwanz - der Rücken ist gelb gefärbt. Sie ist für ein Weibchen sehr intesiv gefärbt - und wenn ihr etwas nicht passt (z.B. Tierarztbesuch), dann werden die Farben schlagartig intensiver!
Sie ist eine ganz flinke Kletterkünstlerin, die leider dazu neigt, loszudüsen und zu spät zu bremsen - ich hoffe aber doch, dass die Lippenverletzung eine EINMALIGE Geschichte bleibt & sie genauso zutraulich wird wie meine anderen Tiere.
Leider hat ihr Vertrauen in die Menschheit durch die vielen medizinischen "Behandlungen" doch etwas gelitten. Sie frisst derzeit auch nicht aus der Hand. Sie hat nur 108g (Tendenz wieder steigend) & lebt nach erfolgreicher Wurmkur wieder mit den anderen zusammen. Die Lippe wird allerdings täglich nach wie vor behandelt. Im Mai 2012 steht der nächste Tierarztbesuch an.

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Fotos 1 + 2 unten: Wüstenterrarium (180 L x 65 T x 100 H cm bzw. betragen die Masse inkl. Anbau/Futterstelle (50 x 50 x 70 cm) 230 cm Länge). Die Höhe, welche den Tieren zur Verfügung steht (i.e. ohne Leuchtmittelkasten) liegt bei ca. 70-75 cm.
Erklärung zum Anbau/Futterstelle (3. Bild): Dieser soll einerseits als (für mich leicht zugängliche und zu reinigende) Futterstelle dienen (der Zugang erfolgt über eine Glasfront seitlich rechts), und mir andererseits die Möglichkeit geben, bei Bedarf 1 Tier, welches Ruhe benötigt, (z.B: Krankheit, Unstimmigkeiten in der Gruppe, Eiablage etc.) separieren zu können. Aus diesem Grund ist der "Anbau" jederzeit vom Hauptterrarium "trennbar". Ich nenne ihn auch liebevoll "Loggia" (im Bild rechts zu sehen).


Eine Treppe (mit angeschlossenem Tunnel/Höhle) als Verbindung vom Boden zum höchsten Plateau (rechts oben) wurde nachträglich installiert:

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Eine "Rundum-Treppe" für die zugegebenermassen derzeit phantasielose Futterstelle wurde noch im März 2012 gemäss folgendem "Rohbau" fertig gestellt:

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Mit Mai/Juni 2012 wird das Terrarium um eine weiteren METER Länge erweitert (die Gesamtlänge steigt daher auf: 3,3 Meter). Somit besteht die Möglichkeit, dem Bock oder einem ev. trächtigen Weibchen einen separaten Raum zur Verfügung zu stellen. Natürlich hoffe ich das nicht, sondern bin guter Dinge, dass meine 1,3 Uromastyx harmonisch zusammenleben werden. Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht.
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Den Hauptteil des Wüstenterrariums beleuchte ich wie folgt (in den Monaten ausserhalb der reduzierten Winterruhe, also ca. 8-10 Monate im Jahr) für ca. 12-14 Std. täglich:
- 1x Neonröhre mit UV-Anteil, 1200mm, ganztägig
- 1x Lucky Reptile UV Desert mit Vorschaltgerät, 70W, ganztägig
- 1x UV-Wärme-Spot mit 160W, ganztägig
- 1x lokalen Spot (hier verwende ich u.a. Repti Glo 10.0/26W, oder reine Spot-Wärmelampen), 4 Stunden am Tag (Mittagszeit). Das ergibt an den lokalen Stellen bis ca. 50°C.
- im "Anbau" (Futterstelle) beleuchte ich derzeit mit einem 160W UV-Wärmespot. Hier hat es meist so um die 40°C.
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Foto unten: Quarantäneterrarium (ggf. Aufzuchtterrarium):
- Grösse: 60 B x 50 T x 50 H cm
- Beleuchtung: Es besteht die Möglichkeit eine 450mm UV-Neonröhre anzubringen. Derzeit beleuchte ich das Terrarium allerdings ausschliesslich mit einem 160 Watt UV-Wärmestrahler OHNE Neonröhre, da sonst die durchschnittlichen Temperaturen im Terrarium zu hoch werden. Somit hat es an den Sonnenplätzen um die 41°C, und in den Schattenplätzen so um die 25-30°C

Auch wenn ich nicht die Absicht habe zu züchten, wurde vorsorglich ein Inkubator angeschafft (da ich auf jeden Fall eine Gruppe halten möchte).
Das Exo Terra Inkubatormodell (ersichtlich am 1 Foto oben rechts) ist auch geeignete, Reptilien sicher und wohl temperiert zu transportieren (z.B. Tierarzt etc.).
Da ich feststellen musste, dass manche meiner Uromastyx selten tierisches Futter zu sich nehmen, habe ich nun auch einen vollautomatischen Keimapparat angeschafft. Hier werden nun Sprossen (zwecks Zufuhr von Eiweiss/Proteinen) selbst gezüchtet (Mungobohnen, Linsen - mit Kichererbsen habe ich noch keinen "Keimerfolg" verbuchen können).

Quelle: Homepage von KEIMLING Naturkost
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Autor Jörgl Ratzel hat auf seiner Homepage (Quelle: uromasty-ocellata.de) anschaulich Material über Uromastyx zusammengestellt, die ich dem Leser meiner Homepage nachfolgend ans Herz legen möchte:
Vorwort: Dornschwanzagamen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit in Terrarien. Lange Zeit galten sie als äußerst schwierige Pfleglinge. Diese Situation hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Vor allem die verbesserten technischen Hilfsmittel, sowie die Publikationen von Haltern und Züchtern, haben hierzu positiv beigetragen. Gelangen Nachzuchten in der Vergangenheit eher selten, so können mittlerweile jährliche Erfolge vermeldet werden.
Lebensweise: Durch den abgeflachten Körperbau und der Fähigkeit ihr Körpervolumen zu erweitern, können sich die Tiere fest in den Felsspalten verankern. Normalerweise verschliesen Uromastyx mit ihrem dornigen Schwanz ihre Rückzugsmöglichkeit. Bei der Flucht vor potentiellen Feinden verfügen sie über ein erstaunliches Orientierungsvermögen. Sie können selbst aus größerer Entfernung ihre Rückzugsmöglichkeit wiederfinden. Da in freier Wildbahn die selbst gegrabenen Höhlen eine gewisse Bodentiefe erreichen, bieten sie den Tieren eine wichtige Feuchtigkeit.
Als Wüstenbewohner mit geringem Aktionsradius besitzen sie besondere Anpassungen an ihre Umgebung. Ihre Hautfärbung hilft ihnen die unterschiedliche Sonnenstrahlung zu nutzen und ihre Körpertemperatur entsprechend zu regulieren. In den kühlen Morgenstunden ist die Haut relativ dunkel gefärbt, damit sie möglichst viel Wärme aufnehmen können. Haben die Tiere eine gewisse Erwärmung erreicht, werden sie heller und farbenfroher. Damit wird die Strahlungswärme reflektiert und die Tiere heizen sich nicht noch mehr auf. Wird es den Tieren zu warm, können sie durch das Aufsperren des Maules, die Hitze in einem gewissen Maße regulieren.
Ihren Wasserbedarf decken die Tiere über die pflanzliche Nahrung. Darüberhinaus wird den Ausscheidungen in der Kloake so viel Wasser als möglich entzogen. In diesem Vorgang wird aus dem eigenen Urin das Wasser zurückgewonnen. Überschüssige Salze - hauptsächlich Kaliumchlorid - werden ohne bedeutenden Wasserverlust, über die Drüsen an der Nase (weiße Salzkruste) wieder ausgeschieden. Zusätzlich nehmen Uromastyx auch Feuchtigkeit über die Haut in ihren Höhlen auf. [Quelle und weiterführende Literatur: Dornschwanzagamen. Lebensweise. Pflege. Zucht. von Thomas Wilms (2001)].
Anschaffungs- und Unterhaltungskosten: Wenngleich die Anschaffungskosten eines Tieres und des erforderlichen Zubehörs nicht gering sind, stellen sie doch im Verhältnis zu den Unterhaltungskosten den kleineren Kostenfaktor dar. Für den Kauf/Selbstbau eines Terrariums inkl. der erforderlichen Ausstattung wie Licht und Zubehör würde ich ca. 400 - 600 Euro veranschlagen.
Anfängern wird nicht zu einem Kauf von Wildfängen (auch nicht zu sog. Farmzuchten) geraten. Zum Einen ist der Preis dieser Tiere kaum günstiger als der von Nachzuchten und zum Anderen können gerade bei Wildfängen, die möglicherweise anfallenden Tierarztkosten, den Kaufpreis leicht übersteigen.
Für die Unterhaltungskosten muss insbesondere eine erhöhte Stromrechnung in Betracht gezogen werden. Dazu kommen mtl. Kosten für Futter (inkl. Nahrungsergänzung) i.H.v. 10,00 bis 15,00 Euro. Weiter muss immer eine Reserve vorhanden sein, die ggf. bei Tierarztbesuchen fällig werden kann. Zu guter Letzt sollte man auf eine zweimalige Kotuntersuchung pro Jahr nicht verzichten.
Lebenserwartung, Pflegearbeiten und Urlaubsvertretung: Dornschwanzagamen besitzen eine recht hohe Lebenserwartung. Zwar liegen diesbezüglich noch wenige Erfahrungswerte vor, jedoch aufgrund der relativ spät einsetzenden Geschlechtsreife, ist von einer Lebenserwartung zwischen 12 Jahren und bis > 20 Jahren auszugehen. In Israel wurde bei einem freilebenden Uromastyx aegyptia ein Alter von 33 Jahre geschätzt. Vor dem Kauf muss daher sichergestellt sein, dass der potentielle Käufer sich der möglichen Haltungsdauer bewusst ist.
Die täglichen Pflegearbeiten für ein Pärchen erfordern einen Zeitfaktor von ca. 15 Minuten. Die tägliche Arbeit umfasst das Füttern der Tiere, die Reinigung von Kot und Futterresten, die Kontrolle der erforderlichen Temperaturen und der technischen Ausrüstung des Terrariums. Zwei- bis dreimal die Woche sollte in den Morgenstunden gesprüht werden, um eine gewisse Luftfeuchtigkeit (keine Staunässe) zu gewährleisten. Spätestens nach einem Jahr hat eine Generalreinigung des Terrariums zu erfolgen. Hierbei wird das komplette Sand- Lehm- Gemisch ausgewechselt. Die Einrichtungsgegenstände werden mit heißem Wasser gereinigt (gebürstet) und das Terrarium wird ausgewaschen. Darüber hinaus sollten im Frühjahr die Leuchtmittel getauscht werden (insbesondere die T5- Röhren und HQI- Brenner, sowie bei Bedarf die UV- Leuchtmittel).
Bei Jungtieren muss immer eine adäquate Urlaubsvertretung bereitstehen. Da diese meist nicht ad hoc verfügbar ist, sollte man sich diesbezüglich bereits im Vorfeld Gedanken machen. Bei adulten Tieren stellt (mit Ausnahme von trächtigen Weibchen) ein kurzer Urlaub von 3 bis 4 Tagen ohne Vertretung keine Probleme dar. Gut genährte Tiere kommen für diese Zeitdauer auch nur mit der Bereitstellung von einer Wasserschale und Körnerfutter aus.